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Sag mir, wo die Rosen blühn!

08.09.2007, Der Standard

Architekt Roland Rainer glaubte daran, dass Architektur glücklich machen kann. Deshalb widmete er den Löwenanteil eines langen, erfüllten Berufslebens der Planung umsichtig angelegter Gartenstädte. Ihre Reihenhäuser und Wohnungen liegen an bepflanzten Wegen, haben sonnengeflutete Räume an Innenhöfen oder Gärten und bilden so ein Umfeld, in dem freundschaftliche Kontakte gedeihen können. Der Prototyp Linz Puchenau (1962-95) schrieb Architekturgeschichte, am Ostufer der Traisen plante Rainer seine letzte Gartenstadt. Sie setzt nun einen wohnlandschaftlichen Kontrapunkt zum Office-Park des Regierungsviertels gegenüber.

„Er hatte die Vision vom Wohnen unterm freien Himmel in einer lebensfreundlichen Umgebung, wo Kinder sorglos hinauslaufen können,“ sagt Architektin Johanna Rainer, die mit dem Büro Wallner & Partner das Architekturvermächtnis ihres Vaters am Hochwasserdamm umsetzte. „Mit der Sonne zu leben, ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Es ist das Natürlichste der Welt, sich nach ihr zu richten. “ Damit sie möglichst lang die Gärten, Wohn-, Schlafzimmer und Küchen der 38 Wohnungen und 122 Maisonetten durchströmt, ist jede südost- südwestwärts orientiert. Das hält auch den Wind von der Traisen ab.

Leben an Sonne, Garten und Fluss

Organisch schmiegt sich die erste Maisonettenreihe in einem sachten Bogen hinter lärchenhölzernen Mauern ans Gelände. Wohnräume und Gärten wenden sich der Sonne und der Skyline zu, Eingänge und Küchen liegen an den Wegen, damit man durchs offene Fenster plaudern kann. „Ich bin ein Licht- und Sonnenmensch: hier ist es immer hell,“ sagt die kunstsinnige Bewohnerin einer Eck-Maisonette. „Das Umfeld ist wichtig für meine Kreativität. Hier hab ich das Gefühl, jeden Tag auf Urlaub zu sein.“ Wenige, ausgesuchte Möbel stehen am Eichenparkett ihres loftartigen Wohnraums mit der verglasten Loggia und der gedeckten Terrasse am Garten. Sie schätzt den Blick auf den Klangturm, ihr Enkel liebt die Wiese.

Oleander und Hibiskus säumen den Weg, dahinter formieren sich aufeinandergestapelte Maisonetten zu disziplinierten Zeilen. Die quergestellten, dreistöckigen Reihen bilden grüne Höfe an der Defreggerstrasse aus, die den Grund im Osten begrenzt. Hier sind auch die Zufahrten zu den taghellen Garagen unter dem vierstöckigen Riegel und dem plastisch gegliederten Kopfbau am Nordende. Sie fassen zwei Parks ein und bilden mit ihren gläsernen Stiegentürmen, Loggien und Terrassen eine urbane Wohnalternative im Grünen. „Die Lage ist perfekt, wir haben alle Schulen in der Nähe,“ sagt die alleinerziehende Mutter, die hier wohnt. „Früher mussten wir mittags das Licht aufdrehen, hier scheint bis neun Uhr abends die Sonne herein.“ Ruhig spielen ihre zwei Töchter auf der Terrasse vor der Wohnküche. „Wir haben unsere eigenen Zimmer und streiten fast nie.“ Am Spielplatz fanden sie viele Freunde.

Paradiesischer Rosengarten

Trockene Rosenblätter, selbst gezüchtete Zucchini und Paradeiser liegen am Küchenfenster der dritten Maisonette am Südspitz, draußen spielen die Enkel Fußball. „Ich wollte mein Leben lang ein Haus mit Garten“, sagt die Oma. Dieser Traum kannte keine Altersgrenze. Sorgsam studierte sie die Pläne, wählte ihre Wohnung nach Südlage und Gartengröße aus und bezog dann mit ihrem Mann die neue Bleibe. Vor ihrer Wohnzimmerterrasse ergießt sich ein duftender Blütenregen prachtvoller Rosen über den ganzen Garten, mehr als 100 Blüten trug der Stock der Sorte Leonardo da Vinci, Bohnenstauden ranken sich an der Wand zum Nachbarn hoch. „Wir leben draußen, bei Sonnenschein kann man auch im Winter in den Garten gehen. Das ist sicher lebensverlängernd. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, anders zu wohnen.“

Architekten: Prof. Dr. Dr. h.c. Roland Rainer mit Arch. Mag. Johanna Rainer, Schottenfeldgasse 41-43/30B, Tel.: (01) 524 01 57, architekt@johanna-o-rainer.com , Architekten Wallner & Partner ZT GmbH, Josefstrasse 3, 3100 St. Pölten, Tel.: (02742) 741 90-0, awp@aon.at

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